Elektroinstallation
Netzwerkkabel im Haus verlegen: Planung und Kosten
Ein festes Netzwerk ist die einzige Verbindung, die auch dann stabil bleibt, wenn im Haus zwanzig Geräte gleichzeitig funken. Die Planung entscheidet dabei mehr als das Kabel.
Die kurze Antwort
Für ein Wohnhaus ist Cat 6A das richtige Kabel: 10 Gigabit über die volle Länge von 100 Metern, mit passenden Dosen und Steckern. Verlegt wird sternförmig von einem zentralen Verteiler aus, mit mindestens zwei Leitungen je Wohnraum. Rechne mit 60 bis 150 Euro je Anschlussdose im Rohbau und 120 bis 300 Euro, wenn nachträglich geschlitzt werden muss.
Der sinnvolle Standard im Wohnhaus, 10 Gigabit über volle 100 Meter Länge.
Mindestanzahl je Wohnraum, damit du später nicht nachrüsten musst.
Kosten je Anschlussdose, je nachdem ob im Rohbau oder nachträglich verlegt wird.
Cat 6A, Cat 7 oder Cat 8: was brauchst du wirklich?
Cat 6A ist die richtige Antwort für fast jedes Einfamilienhaus. Die Kategorie überträgt 10 Gigabit je Sekunde über die vollen 100 Meter und ist mit dem üblichen RJ45-Stecker vollständig kompatibel. Mehr braucht ein Wohnhaus auf absehbare Zeit nicht.
Cat 7 klingt nach mehr, ist aber vor allem eine Kabelspezifikation. Für Cat 7 gibt es keinen genormten RJ45-Anschluss. In der Praxis wird das Kabel deshalb auf Cat-6A-Module aufgelegt, und genau dort endet die Leistung. Du zahlst für ein Kabel, dessen Reserve du an der Dose wieder verlierst.
Cat 8 ist für Rechenzentren gemacht und erreicht seine hohen Werte nur auf sehr kurzen Strecken von rund 30 Metern. Im Haus ist das die falsche Wahl.
| Kategorie | Leistung | Sinnvoll im Haus |
|---|---|---|
| Cat 5e | 1 Gigabit, 100 MHz | nur für Bestandsleitungen, nicht neu verlegen |
| Cat 6 | 10 Gigabit bis etwa 55 m | Kompromiss, Reserve fehlt |
| Cat 6A | 10 Gigabit über 100 m, 500 MHz | die Empfehlung |
| Cat 7 und 7A | höhere Frequenz, kein RJ45-Standard | nur wenn ohnehin vorhanden |
| Cat 8 | bis 2000 MHz, rund 30 m | Rechenzentrum, nicht Wohnhaus |
Nimm Verlegekabel mit starrem Kupferleiter, nicht die flexible Litze der Patchkabel. Starre Adern lassen sich auf Dosen auflegen und halten den Wert dauerhaft. Achte außerdem auf echtes Kupfer, nicht auf kupferbeschichtetes Aluminium.
Wie planst du die Sternverkabelung?
Jede Dose bekommt ihre eigene Leitung bis zu einem zentralen Punkt. Diese Sternstruktur ist der Grund, warum ein festes Netz stabil bleibt: Jede Strecke ist unabhängig, ein Defekt trifft nur einen Anschluss.
Der zentrale Punkt gehört an eine kühle, trockene, gut erreichbare Stelle. Im Keller unter der Treppe, im Hauswirtschaftsraum oder in einer Abstellkammer. Was er braucht: eine Steckdose in der Nähe, Platz für einen Schrank von rund 40 Zentimetern Tiefe und den Hausanschluss des Internetanbieters.
Miss die längste Strecke vom Verteiler in den entferntesten Raum, bevor du bestellst. Mit Wegführung durch Schächte und Steigzonen wird aus zwölf Metern Luftlinie schnell das Doppelte. Die 100 Meter Gesamtlänge je Strecke sind eine harte Grenze.
Wie viele Dosen gehören in welchen Raum?
Die Faustregel lautet: doppelt so viele wie du heute brauchst. Ein zusätzliches Kabel kostet im Rohbau wenige Euro, nachträglich ein Vielfaches.
| Raum | Leitungen | Wofür |
|---|---|---|
| Wohnzimmer | 4 | Fernseher, Streamingbox, Konsole, Reserve |
| Arbeitszimmer | 4 | Rechner, Drucker, Dockingstation, Reserve |
| Schlaf- und Kinderzimmer | 2 | Reserve und späterer Access Point |
| Flur je Etage | 1 bis 2 | Access Point an der Decke |
| Küche | 1 | vernetzte Geräte, Display |
| Außenbereich und Garage | 2 | Kamera, Wallbox, Access Point |
| Dachboden und Keller | je 1 | Technik, Kamera, Sensorik |
Verwende Doppeldosen statt Einzeldosen. Eine Doppeldose kostet kaum mehr, nimmt aber zwei Kabel auf und passt in dieselbe Unterputzdose. Setz die Dosen nicht direkt neben die Steckdose, sondern in denselben Rahmen, dann sieht es aufgeräumt aus.
Nachträglich verlegen: Leerrohr, Kanal oder Sockelleiste
Im Bestand willst du möglichst wenig aufstemmen. Drei Wege haben sich bewährt.
Der erste sind vorhandene Leerrohre. Prüf zuerst, ob von der alten Antennen- oder Telefondose ein Rohr zum Keller läuft. Mit einem Einziehband und etwas Gleitmittel lässt sich dort oft ein neues Kabel nachziehen, ganz ohne Staub.
Der zweite ist die Sockelleiste mit Kabelkanal. Sie führt Leitungen unsichtbar am Boden entlang und lässt sich später öffnen. Am Türdurchgang wird unter der Zarge durchgebohrt, das kostet fünf Minuten je Tür.
Der dritte ist der Aufputzkanal, meist im Keller oder auf dem Dachboden. Dort stört er niemanden und ist die schnellste Lösung für den senkrechten Weg zwischen den Etagen. Wenn du ohnehin Wände aufmachst, ziehst du gleich Leerrohre mit ein. Wann dieser Schritt im Ablauf sinnvoll ist, klärt der Beitrag zur richtigen Reihenfolge der Modernisierung.
Abstand zu Stromleitungen und Erdung des Schirms
Parallel geführte Stromleitungen streuen ein und verschlechtern die Übertragung. Die einschlägige Verlegenorm nennt dafür Mindestabstände. In der Praxis rechnest du mit 10 bis 20 Zentimetern bei längerer paralleler Führung, bei geschirmten Kabeln darf es weniger sein.
Kreuzungen sind unkritisch, solange sie im rechten Winkel erfolgen. Kritisch sind lange gemeinsame Strecken im selben Kanal, besonders neben Leitungen zu Dimmern, Vorschaltgeräten oder Wechselrichtern.
Der Schirm eines geschirmten Kabels wirkt nur, wenn er auf Erdpotenzial liegt. Er wird deshalb im Verteiler auf das Patchfeld und von dort auf den Potenzialausgleich geführt. Ein Schirm, der nirgends aufgelegt ist, wirkt eher als Antenne. Diese Verbindung gehört in die Hand des Elektrofachbetriebs, wie auch der Beitrag zur Erneuerung der Elektroinstallation zeigt.
Was kostet die Verkabelung?
Material ist der kleinere Teil. Den Preis machen die Arbeitsstunden und die Frage, ob geschlitzt werden muss.
| Position | Preis |
|---|---|
| Verlegekabel Cat 6A, geschirmt | 0,60 bis 1,80 Euro je Meter |
| Netzwerk-Doppeldose Cat 6A, unter Putz | 15 bis 45 Euro je Dose |
| Leerrohr M25 als Reserve | 1 bis 3 Euro je Meter |
| Kabelkanal oder Sockelleiste | 3 bis 10 Euro je Meter |
| Patchfeld 24 Ports, Cat 6A | 60 bis 180 Euro |
| Wandschrank 19 Zoll, 9 bis 12 Höheneinheiten | 120 bis 400 Euro |
| Switch mit 8 Ports und PoE | 80 bis 250 Euro |
| Access Point für die Decke, PoE-fähig | 80 bis 250 Euro |
| Verlegung je Dose im Rohbau | 60 bis 150 Euro |
| Verlegung je Dose nachträglich mit Schlitzen | 120 bis 300 Euro |
| Messprotokoll je Strecke | 10 bis 25 Euro |
Für ein Einfamilienhaus mit 16 Dosen landest du im Rohbau bei etwa 1.800 bis 3.500 Euro inklusive Technik. Nachträglich im bewohnten Haus sind 3.000 bis 6.000 Euro realistisch. Wie sich das ins Gesamtbudget einordnet, zeigt die Übersicht zu den Kosten der Hausmodernisierung.
Access Points per PoE statt Repeater
Ein Repeater wiederholt das Funksignal und halbiert dabei die verfügbare Bandbreite, weil er auf demselben Kanal empfängt und sendet. Er ist die Notlösung für Wohnungen ohne Kabel.
Der bessere Weg sind Access Points, die per Netzwerkkabel angebunden sind. Jeder Punkt bekommt die volle Bandbreite, und die Geräte wechseln beim Gehen automatisch zum stärkeren Sender. Ein Gerät je Etage reicht in den meisten Häusern.
Power over Ethernet spart dabei die Steckdose. Der Switch liefert Strom über dasselbe Kabel, je nach Standard 15, 30 oder bis zu 90 Watt. Damit hängt der Access Point mittig an der Decke, wo er hingehört, statt in der Ecke neben einer Steckdose. Dasselbe Prinzip trägt später auch Kameras und Türsprechanlagen, wie der Beitrag zum Nachrüsten von Smart Home zeigt.
Häufige Fragen
Darf ich Netzwerkkabel selbst verlegen?
Das Ziehen und Auflegen von Datenleitungen ist keine Arbeit an der Stromversorgung und daher erlaubt. Sobald der Schirm auf den Potenzialausgleich kommt oder Wände zur Stromseite geöffnet werden, gehört der Elektriker dazu.
Reicht Powerline statt Kabel?
Als Übergangslösung ja. Die Leistung schwankt allerdings stark mit dem Zustand der Stromleitungen und bricht über verschiedene Sicherungskreise oder Phasen deutlich ein.
Wie viele Ports braucht der Switch?
Zähle alle Dosen, rechne den Anschluss zum Router dazu und plane etwa ein Viertel Reserve. Bei 16 Dosen ist ein Switch mit 24 Ports die passende Größe.
Muss die Verkabelung gemessen werden?
Für den Eigenbedarf ist es freiwillig, aber sinnvoll. Ein Messprotokoll zeigt Adernvertauschungen und zu enge Biegeradien, die sonst erst bei hoher Last als Fehler auffallen.
Lohnt sich Glasfaser im Haus?
Im Wohnhaus selten. Cat 6A deckt zehn Gigabit ab und ist deutlich einfacher zu konfektionieren. Glasfaser lohnt sich bei Strecken über 100 Meter oder zwischen getrennten Gebäuden.
Zuletzt aktualisiert: September 2026 · Preise als Spannen, Angaben ohne Gewähr · Arbeiten am Potenzialausgleich gehören zum Elektrofachbetrieb.
Weitere Themen aus „Elektroinstallation“